Ereignisreiche Tage liegen hinter mir, schliesslich war Christian S eine Woche zu Besuch, es war Koniginnendag, man hat Ausfluege ans Meer und nach Amsterdam gemacht und ich musste mit Snoopys Tod fertig werden. Ausserdem mussten wir natuerlich noch Christians 30.Geburtstag feiern, was wir auch gebuehrend mit einem Besuch beim Griechen getan haben.
Seit gestern ist Christian wieder weg, und ich hatte den Plan mich auszuruhen, Waesche zu waschen, aufzuraeumen und natuerlich arbeiten, bevor am Freitag Achim zu Besuch kommt. Leider wachte ich heute nacht mit fiesen (!!!) Zahnschmerzen auf, welche ich nun mit viel Paracetamol betaeubt habe und das macht mir grosse Angst. Ich (als Meisterin der Verdraengung) habe naemlich voellig vergessen/ignoriert/was auch immer, dass mein Zahnarzt beim letzten Besuch etwas von einer moeglichen Wurzelbehandlung an exakt dieser Stelle sagte. Heute Nacht wurde mir das allerdings schmerzhaft wieder in Erinnerung gerufen…
Jetzt versuche ich heute Abend einen Termin bei meinem georgischen Zahnarzt zu bekommen und werde ihn aufforden mir bitte in Zukunft fuer ALLES einen kleinen Merkzettel mitzugeben.
Ich brauche mehr Paracetamol…..
Seit wenigen Tagen bin ich uebrigens stolze Besitzerin einer „Discount-Karte“ des American Book Center in Den Haag und Amsterdam. Die Kundenkarte kostet mich 7 Euronen im Jahr, dafuer bekomme ich bei jedem Einkauf 10% Nachlass. Sehr fein. Denn nachdem ich zuerst am Donnerstag in Den Haag die Taschenbuchausgabe von „Jane Eyre“ (Charlotte Bronte) erstanden habe und am Samstag in Amsterdam noch „How to kill a mockingbird“ und ein Interview mit Charles Manson zur Kasse trug, lohnt sich diese neue Kundenkarte in meinem Portemonnaie wirklich. Das Manson Interview wurde auch gleich begonnen und ich muss sagen…ja stimmt, er war ein wenig irre….
Letztes Wochenende habe ich krank daheim verbracht, dieses Wochenendewieder topfit im Leben zurueck.
Los ging es Freitag abend mit Emilie Autumn in Utrecht. Michelle und ich hatten seit fast 3 Monaten Karten und wer hat sie verschlampt? Klar, ich. Gluecklicherweise war der Tourleader kein Unbekannter und es waren somit 2 Gaestelistenplaetze fuer uns drin. Im ausverkauften Saal ging maechtig die Post ab, hat erstaunlicherweise sogar gerockt und vermutlich mehr als tags zuvor in Motorcity…
Danach noch einen kurzen Plausch gehalten, Geigenzubehoer ueberreicht und Michelle schwebte die naechsten Stunden in anderen Spaehren, weil Emilie sie geherzt, gedrueckt & gekuesst hat:)))) Aber Emilie ist ja auch nett.
Samstags ging es mal wieder in Amsterdam mit Gerri ins Partyleben, diesmal auf eine Hausparty in einer riesigen WG in der Naehe vom Leidseplein. Grosser Spass, nette Leute, gute Musik und reichlich Getraenke. Also alles da, was eine gute Party haben muss.
Nachdem die Beatsteaks, in Zusammenarbeit mit Anna’s Pferd unsere Wochenendplanung umgeworfen haben, kam Achim ohne Anna, und die Beatsteaks gar nicht nach Holland.
Bei strahlendem Sonnenschein in Amsterdam, wurden Achim & ich seltsamer Weise magisch vom Touristenmagnet „Grachtenrundfahrt“angezogen und schipperten tatsaechlich eine Stunde entspannt durch die Grachten. Der Spass (der ja nun wirklich oft belaechelt wird ) hat mich voll ueberzeugt und ich kann nur empfehlen, die 7 Euronen dafuer auszugeben, denn vom Wasser aus eroeffnen sich tatsaechlich noch einmal ganz andere Sichtweisen auf die Stadt.
So, es gibt diese Woche also nicht nur Schreckensmeldungen aus der Bauruine….
Gestern abend Billy Talent im ausverkauften Melkweg in Amsterdam. Allgemein kann man schon mal sagen, dass Konzerte hier deutlich billiger zu haben sind als in Deutschland. 15 Euro +VVK, damit kann ich echt leben. Ausserdem heisst „ausverkauft“ im Melkweg was anderes, als zB in der Kapp in Ffm. Gar kein Vergleich….und dann auch noch eine funktionierende Belueftung! Unglaubliche Konzertbedingungen!
Konzert war wie erwartet grossartig und hat meine Wochenlaune um einiges gebessert. Als Support war Nailpin am Start, nie vorher von gehoert, haben aber durchaus positiv ueberrascht und waren ein wuerdiger Support.
Die Canadier haben einen deutlich laengeren Gig als vor ein paar Monaten in Ffm abgeliefert und natuerlich war es viel netter in dem kleineren Club, als in der Jahrhunderthalle. Die hollaendischen Kids haben maechtig gefeiert und gerockt, ausserdem wurde das Volk nicht muede nonstop den Crowdsurfer zu mimen, was ein ziemlich sinnloses Unterfangen ist, wenn die ersten 7 Reihen weiblich und durchschnittlich 1.60 klein sind….
Ausserdem war Michelle zum ersten Mal in ihrem Leben mitten im Pit, grosser Spass…..aber sie wollte vorher ja unbedingt mitten drin stehen, weil man da ja ach so gut sah….und ich sach noch: „Bist Du sicher? Hier? Ok, aber hier gehts gleich ab….“
Nun gut, nach 2 Songs mitten im Gepruegel wollte sie dann doch lieber an den Rand
Nun bin ich zwar schon einige Wochen hier, war aber bisher auf keinem einzigen Konzert, was auch langsam schon zu Entzugserscheinungen fuehrte….
Dafuer gab es dieses Wochenende gleich mehrere musikalische Darbietungen zu bewundern, die gegensaetzlicher kaum haetten sein koennen.
Los ging es am Freitag. Kollegin Trish schleppte mich samt ihrer Freundin auf DAS Event in meinem Doerfchen Harmelen. Mir wurden 2 Bands versprochen, Bier und ausserdem meinten die Maedchen, es sei nun endlich an der Zeit ein paar Einwohner unseres Dorfes kennenzulernen und dort seien sie alle. Netterweise gab mir Simone (meine Chefin) noch mit einem wissenden Laecheln im Gesicht den Rat festes Schuhwerk anzuziehen und murmelte etwas von einem Kuhstall.
Nun, ein Kuhstall war es nicht, aber ein ziemlich grosses Zirkuszelt auf einem ziemlich grossen, ziemlich durchweichten Acker, neben ziemlich vielen Kuehen! Nach dem Betreten des Zeltes verschlug es mir kurzzeitig die Sprache: Auf der Buehne eine Iron Maiden Cover Band, die zugegeben ihre Sache gar nicht sooo schlecht machte, aber natuerlich allein optisch an Peinlichkeit kaum zu ueberbieten war. Nachdem ich feststellte, dass das Bier nur einen Euro kostete, dauerte es aber nicht lange bis ich laut „Run to the hills“mitgroehlte…..
Nach den Iron Maiden Jungs kam es allerdings richtig schlimm: Eine lustige Rock-Pop-Cover-Band. Das ging mir dann doch zu weit und wenige Minuten spaeter fand ich mich komischerweise mit den Metal-Jungs im Backstage wieder (weiss auch nicht wie das immer kommt), man reichte mir viele gekuehlte Getraenke in kleinen Glaesern und ich stellte schnell fest, dass die Jungs nix vertragen. Grosser Spass.
Inzwischen tobten ca 1000 Menschen in dem Zelt zu den Klaengen saemtlicher Partykracher, dargeboten von der lustigen Coverband….
Menschen aus meinem Dorf hab ich mal wieder nicht kennengelernt, dafuer aber ein paar von den Maiden-Jungs aus Utrecht. Und Spass hat’s tatsaechlich auch gemacht!
Samstag vormittags ging es dann per Bahn nach Amsterdam zu Captain Dan. 2 Tage Urlaub in Amsterdam, mit -klar- viel Fahrrad fahren, Waterlooplein, ein wenig Sightseeing und Shopping, Sonnen im Vondelpark, die besten Patat (mit Satesaus) in der ganzen Stadt. Endlich gab es auch mal Sonne, natuerlich mit dem Ergebnis, dass ich eine verbrannte Nase habe. Captain Dan war ein grossartigher Stadtfuehrer und schon nach kurzer Zeit hatte ich mich an die waghalsigen Fahrradmanoever der Niederlaender gewoehnt und brauste wie eine Einheimische todesmutig durch den Verkehr.
Der Samstag Abend stand ganz im Zeichen des Jazz und wir begaben uns in den Muziekgebouw. Wer mich ein wenig kennt, weiss dass ich mich nicht immer mit Jazz anfreunden kann….Diesmal kam allerdings auch ich voll auf meine Kosten und ganz besonders die erste Band ueberzeugte mich schon nach kurzer Zeit: ERIC VLOEIMANS’ GATECRASH (NL) (ich haette sogar fast eine CD gekauft…). Ja, ich war begeistert!
Zweite Band des Abends ueberzeugte mich zuerst gar nicht und dann immerhin ein wenig. Das war fuer meine Ohren „zu fuddelisch“, besonders der Saxophonist war …nix fuer mich. Die Nummer ohne ihn…fand ich deshalb wohl auch richtig gut! Alles in allem haben die Herren vom VIJAY IYER QUARTET (USA) natuerlich ihre Sache auch ziemlich gut gemacht, haben mich aber eben nicht vom Hocker gerissen.
Mein Wochenende in Amsterdam war auf jeden Fall ein voller Erfolg!
Das Dorffest: http://www.spyck.nl/index.php?id=83
Jazz: http://www.vpro.nl/programma/jazzophetdak/artikelen/35560580/
Muziekgebouw: http://www.muziekgebouw.nl/