Neues & altes aus Holland


„rude & proud“
August 3, 2009, 9:05
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Zugegeben, ich dachte monatelang es laege an mir. Ich dachte schon ich sei ueberempfindlich oder gar altmodisch. Aber nun hat sich gezeigt, dass ich mit meiner Meinung nicht alleine bin. Beim Lesen in verschiedenen „Expat-Foren“ wiederholten sich die fassungslosen Beitraege ueber…..

Ach, von vorne….

Mir faellt hier immer wieder auf, dass „Gute Manieren“ und „Hoeflichkeit“ hier oft geradezu verpoent sind und man sich mit seiner Unfreundlichkeit, bzw schlechtem Benehmen geradezu bruestet! Wer anderen den Vortritt laesst, sich bei einer Schlange hinten anstellt, oder im Bus gar jemand anderem seinen Platz ueberlaesst, bekommt vernichtende, mitleidige Blicke. „Danke“ , „bitte“ und „entschuldigung“, sind Worte, die man im oeffentlichen Leben nicht oft vernimmt. Dabei komme ich aus Deutschland, nicht gerade bekannt fuer seine hoeflichen Menschen. Oder hat mich mein 3-woechiger Aufenthalt bei den hoeflichen Briten nun so sehr beeinflusst?

Die fehlende Hoeflichkeit ist die eine Sache, die gibt’s bei uns wie schon erwaehnt ja auch, aber das Erschreckende ist, dass es hier scheinbar zum guten Ton gehoert unfreundlich und oft ruecksichtslos zu sein. Wer „zuvorkommend“ ist, wird als „Schwaechling“ hingestellt und wer sich durch pure Ruecksichtslosigkeit irgendetwas erkaempft/erschlichen/verteidigt hat, wird als „stark“ und geradezu „heldenhaft“ hingestellt.  Da muss ich irgendwas verpasst haben.

Ziemlich gerne werden hier zB auch Bedienungen relativ grundlos, dafuer aber dann sehr laut, in Grund und Boden gestampft, moeglichst so, dass auch wirklich das ganze Restaurant es mitbekommt. Viel wichtiger aber: Die eigenen Begleiter! Die bekraeftigen dann naemlich nicht nur ihre Zustimmung, nein sogar Anerkennung! Das ist mir jetzt schon mit einigen Restaurantbesuchen in Gesellschaft von „Dutchies“ aufgefallen….waehrend ich mich fuer die Ausfaelligkeiten gegenueber der armen Bedienungen fremdschaeme, applaudieren die anderen „Dutchies“. (Sollte ich irgendwann aus einem Anfall von Wahnsinn oder Geldnot hier einen Kellnerjob annehmen wollen: BITTE HALTET MICH DAVON AB!)

Sprich man ist unfreundlich….und dann stolz drauf.

Diese Mentalitaet will sich mir einfach nicht erschliessen. Gut, es gibt Momente in denen ich auch „unfreundlich“ bin und vielleicht auch „stolz“ darauf, aber diese finden sich normalerweise nicht im oeffentlichen Leben und mit mir unbekannten Menschen ….die mir vor allem gar nichts „getan“ haben.

Fehlende Manieren erkennt man ueberall, aber ich halte es doch international fuer relativ gebraeuchlich zumindest „bitte“ & „danke“ zu sagen, in westlichen Laendern nicht in der Oeffentlichkeit zu ruelpsen, anderen Menschen die Tuer aufzuhalten und wenn man andere Menschen in der Grossstadthektik schon ueber den Haufen rennt oder faehrt (gerne mit dem Fahrrad) dann sich doch vielleicht wenigstens zu entschuldigen. Doch nein. Es waere ein Zeichen von Schwaeche.

Und – noch etwas habe ich hier gelernt, in „geselligen“ Runden erntet man die meisten Lacher mit Scherzen ueber Anwesende. Und zwar so fies wie moeglich. „Das Opfer“ ist dann gezwungen mit zu lachen, um dann bei der naechsten Runde auszuteilen. So weit so lustig, leider  greifen sie hier wirklich gerne persoenlich an.

Ach ja, und die allergroessten Lacher erntet man mit rassistischen Scherzen aller Art.

Versteh einer die Dutchies…..

Ich bin inzwischen jedenfalls ziemlich froh, dass Mama und Papa mir hundertausendmal gesagt haben „Ellenbogen vom Tisch“,…… „Man spricht nicht mit vollem Mund“…… “ der Esel nennt sich immer zuerst“,……“Kind, heb die Fuesse“…… „das heisst „ich moechte“, nicht „ich will“"…….usw usw usw

Denn ich glaube, ich weiss mich zu benehmen. Und das ist gut so.



Vitamine gut getarnt
Juni 12, 2009, 9:32
Gespeichert unter: Essen & Trinken, Job, Land, Leute & Sprache

Um die Geselligkeit unter den Kollegen noch mehr zu foerdern, hat sich irgendjemand (nein, es war nicht ich)ueberlegt, dass der Reihe nach jeden Freitag jeder mal fuer alle Lunch zubereiten darf/muss/soll. Die Rede war von „richtigem Kochen“.

Deshalb futterte ich mich die letzten Freitage durch seltsame niederlaendische Speisekreationen und betaeuerte immer verkrampft laechelnd dass es ja wirklich ausgezeichnet geschmeckt haette. Hat es aber nicht. Mir wurden Asia-Snacks die man mit heissem Wasser aufgiesst serviert, ich musste typisch hollaendisches Friteusenessen mit viel Majo bezwingen und einen Pastasalat der aus Pasta, ein paar Stueckchen Salami und weiter nichts bestand, mit Ketchup verfeinern.

Heute war ich dran.

Nachdem die ganze Woche schon nachgefragt wurde, was ich denn nun kochen wuerde, habe ich den lieben Kollegen mehrfach erklaert, dass ich keine Zeit habe mich mit sowas tagelang zu beschaeftigen, schliesslich muesse ich an wichtigeren Projekten arbeiten und vor allen Dingen umziehen. Mit absichtlicher Gelassenheit erklaerte ich, dass ich mir fruehstens am donnerstag Abend im Supermarkt darueber Gedanken machen wuerde.

Hab ich auch. Darum verbrachte ich auch fast ein Stuendchen im oertlichen Mini-Supermarkt und ich befuerchte, dass mich das dortige Personal fuer seltsam hielt. So wie ich 65x mit ratlosem Gesicht durch die Gaenge schlurfte.

Aber – es hat natuerlich funktioniert. Es wurde ein Tacco Salat. Und es ist mir damit gelungen eindeutig gesunde Zutaten (Salat, Tomaten, Paprika, Magerjoghurt etc) so zu tarnen, dass die vitaminehassenden Kollegen gar nicht genug davon bekommen konnten und den Rest des Tages brav von meinem Salat schwaermten und mich nach dem Rezept zu nerven. Als ob ich dafuer ein Rezept haette. …Hilfe.

Aber, Hollaender sind in Essensdingen scheinbar wie Kinder, wahlweise Rockstars: Salat, Vitamine, etc wuerde man freiwillig  erstmal nicht essen. Legt die findige Koechin allerdings ein paar Nacho Chips auf den Salat und versteckt ein wenig Hackfleisch darin….dann ja dann, ist das ploetzlich das Beste was man seit langem gegessen hat.

Das Schlimme ist: Ich glaub es ihnen.

Ach ja. Bitte fragt mich nicht nach dem Rezept. Es gibt keines. Ende.



es ist kaum zu glauben…
März 17, 2009, 6:24
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aber es hat hier heute noch nicht einmal geregnet! ….Ob das so bleibt?



Helau…
Februar 22, 2009, 9:36
Gespeichert unter: Land, Leute & Sprache, Leben im Dorf

tja, auch in Holland wird Fassenacht gefeiert, oder besser gesagt „Karneval“ .

Und da ich ja nach wie vor im Herzen des beschaulichen Dorfes wohne, finden die wenigen grossen „Events“ des Dorfes direkt vor meiner Tür, bzw. unter meinem Fenster statt.

Und gestern dann also – der Karnevalsumzug.

Allerdings gibt es doch deutliche Unterschiede zu einem deutschen Umzug….

1. Es gibt keine Staende mit Getraenken oder Essen. Seltsam.  Und vor allem fuer holllaendische Verhaeltnisse dadurch  seltsam „ungesellig“ . Man kommt 10 min bevor der Umzug losgeht, stellt sich an den Strassenrand, guckt sich betrunkene Menschen auf Umzugswagen an, und geht direkt wieder heim.

2. Der Umzug selbst besteht nur aus „Motivwagen“. Fast kein Fussvolk, keine frierenden Gardetanzmaedchen, keine Musikkapellen, keine berittenen Garden oder was weiss ich was. Nee, nur Motivwagen, auf denen sich betrunkene Menschen, groestenteils zwischen 15 und 30 Jahre alt, noch weiter maechtig die Kante geben, waehrend von JEDEM Motivwagen, schrecklicher Mallorca-Party-Techno wummert.

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3. Es werden keine Bonbons geschmissen. Es wird nur Papier gestreut, aber davon viel und in allen Varianten. Konfetti, Luftschlangen oder sonstiges Schnipselpapier…

4. Man zeigt sich gerne patriotisch bei der Kostümwahl und der Gestaltung der Motivwagen….

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Ausserdem hat der „verband der jungen Leute im Dorf“ sich doch tatsaechlich als die eigene Landmacht verkleidet…

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Der Motivwagen mit dem niedrigsten Promillegehalt an Bord, war wohl der der Grundschule.

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Hmh und welche Art der Fassenacht finde ich nun besser? Marschierende Garden in Deutschland, oder die Mini-Loveparade im Dorf?

Vermutlich muss ich als ehemaliges Elferratsmitglied zur deutschen Fassenacht halten….aber ich weiss nicht recht….

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Fast im Stress
November 30, 2008, 2:36
Gespeichert unter: Essen & Trinken, Land, Leute & Sprache, Leben

Da beschwer ich mich seit Wochen ueber Langeweile und dann war die letzte Woche so voll Aktivitaeten gestopft, dass man sich in der Heimat schon Sorgen machte, weil man nichts mehr von mir hoerte….

Es gab u.a. einen Ausflug nach Apeldoorn zu einem Metalfestival um dort Rebellion, samt Natalie zu treffen. Naddel blieb dann auch noch ein paar Tage hier. Sehr fein.

Ausserdem hat ENDLICH mein Sprachkurs richtig angefangen und ich bin recht begeistert. Zuegiges Tempo und nette Mitschueler. Ich war allerdings kurz fassungslos, dass ich dort scheinbar eine der wenigen Menschen ohne Doktortitel bin!!! Ich sitze zwischen einer russischen Herzchirurgin und einer kenianischen Ernaehrungswissenschaftlerin (natuerlich auch mit Doktortitel). Das erklaert allerdings das flotte Lerntempo und kommt mir doch sehr zu Gute….Ich habe einen Berg Hausaufgaben, Texten die es zu lesen gilt  und freue mich auf die morgigen 3 Stunden in der Klasse.

Und – weil ja heute der erste Advent ist,  werde ich gleich die ersten Plaetzchen backen. Gluecklicherweise habe ich noch importierte Zutaten, damit das Einkaufsdrama in diesem Land nicht wieder losgeht….  Gemahlene Mandeln sind halt zu exotisch fuer dieses Land. Von Mandelstiften wollen wir erst gar nicht reden…..

Fuer die weiteren Plaetzchen fehlt mir eigentlich nur noch Lebkuchengewuerz und Hirschhornsalz. Aber das ist wohl wirklich zuuuu abgedreht fuer Holland.



Der Nikolaus der aus Spanien kommt
November 16, 2008, 7:04
Gespeichert unter: Land, Leute & Sprache, Leben im Dorf, Zeichen des Wahnsinns

Der gestrige Kinderchor-Wahnsinn vor meinem Fenster dauerte doch tatsaechlich geschlagene 3 Stunden, ohne dass irgendjemand auf dem Kirchplatz zu sehen war oder irgendwas geschah. Dann versammelte sich ploetzlich das halbe Dorf, samt saemtlicher Kinder unter meinem Fenster und man wartete auf die Ankunft von Sinterklaas. Das war also des Raetsels Loesung! Sinterklaas ist hier der Nikolaus, der zwar eigentlich genau wie bei uns am 6.12. „seinen Tag“ hat, hier allerdings 3 Wochen vorher mit seinem Schiff schon ankommt. Und zwar aus Spanien. Haeh? Ja, genau. Der Nikolaus kommt hier aus Spanien, nicht aus der Tuerkei, die haben das irgendwie abgeaendert und keiner weiss mehr wieso.  Sinterklaas ist hier noch wichtiger als Weihnachten und die Kinder koennen von jetzt an 3 Wochen lang ihre Stiefel rausstellen, bevor es dann an Sinterklaas selbst noch mal grosse Geschenke gibt.

Ausserdem hat Sinterklaas einen Gehilfen, naemlich den „Zwarte Piet“, einen kleinen Mohr. Die Kinder verkleiden sich hier dann auch noch alle als Zwarte Piet und schmieren sich schwarze Farbe ins Gesicht….

Es versammelten sich dann also die Doerflinge um dem Einzug von Sinterklaas beizuwohnen. Ich verfolgte diese interessante Tradition gespannt an meinem Fenster. Dann kam er endlich, der Nikolaus in einer kleinen Kutsche, davor die oertliche Blaskapelle und ringsrum als Zwarte Piet verkleidete Menschen, die Suessigkeiten verteilten. Aha. Dann gings auf die kleine Buehne und alle sangen wieder schlimme Lieder. Ca.20 min lang. Und dann war der Spuk vorbei.

Und fuer dieses grandiose Spektakel hab ich mir den ganzen Tag die Ohren mit Kinderchormusik volldroehnen lassen, na danke.

Immerhin habe ich Staffas Rat befolgt und das ganze mit den Distillers gegenbeschallt…  Drain the blood, gute Wahl! Und hier noch ein paar Impressionen…. 

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DAS DORF/LAND NERVT!!!!!!!!!!!
November 15, 2008, 12:33
Gespeichert unter: Land, Leute & Sprache, Leben

Man koennte meinen ich wohne auf einem anderen Kontinent und nicht eine Autostunde von der Grenze weg. Habe gerade versucht eine Brotschneidemaschine zu erstehen, da ich von Rob & Simone ein riesiges Bauernbrot aus Frankfurt mitgebracht bekommen habe und ich mich nicht in der Lage sah, dass Ding mit einem Messerchen zu zerteilen.  Da mich die Messersaebelei auch bei meinem selbstgebackenem Brot nervt, dachte ich es sei nun endlich an der Zeit eine Schneidemaschine zu erstehen. Nix war’s. Kennen die hier nicht. Ausser im Spezialhandel. Haeh?

Aber, ist ja auch logisch, im Land des Matschebrots braucht man sowas natuerlich nicht.

Desweiteren bauen sie seit ca einer Stunde irgendwas auf dem Kirchplatz gegenueber auf und das ganze wird laut mit Kinderchormusik vom Band beschallt.  LAUT. Ich habe noch nicht herausgefunden welchem Zweck das hier dient, aber es gefaellt mir nicht. Uebrigens ist es das komplette Repertoire deutscher Volkslieder, allerdings mit irgendwelchen niederlaendischen Texten. Nicht mal eigene Lieder haben die…. Ich dreh hier gleich durch, das macht mich agressiv!  Da werde ich gleich zum musikalischen Gegenangriff uebergehen, vielleicht mit Sick Of It All.

( Das einzig Positive bisher: Mein Magen rebelliert nicht gegen das deutsche Brot, was auch gut so ist, denn das Ding ist so gross, dass ich mich vermutlich eine komplette Woche davon ernaehren muss)



Wohnungssuche
Oktober 25, 2008, 11:05
Gespeichert unter: Land, Leute & Sprache, Leben, Leben im Dorf, Utrecht

Das Wohnungssuche hier kein Spass ist, wusste ich bereits. Deshalb schiebe ich es ja auch seit Wochen vor mir her, obwohl ich unglaublich gerne in die grosse Stadt Utrecht ziehen und endlich Dorfflucht begehen. Ok, Wohnungen sind hier Mangelware, kleines Land, viele Menschen, und entweder man bekommt ein Haus (meist klein und ca 40x gleichaussehende in einer Reihe) oder ein Zimmer, mit geteiltem Bad und Kueche. Klingt nach WG ist es aber eigentlich nicht, da der Vermieter die „WG“ zusammenstellt.

Eine WG nennt sich woertlich uebersetzt dann „Wohngruppe“. Die ist dann aber gerne mal rein vegetarisch, glaubensgebunden und fast immer mit erzwungenen gemeinsamen Aktivitaeten verbunden. Danke, nein.

Und natuerlich ist alles teuer. Sehr teuer.

Begibt man sich also auf die Suche nach einer neuen Unterkunft, kauft man nicht etwa die Zeitung und studiert Anzeigen, nein, das kennt man hier nicht. Man muss ueber ein Maklerbuero gehen oder sich im Internet bei diversen Agenturen einschreiben (mit Gebuehr) und dann hat man die Chance zumindest ein paar Anzeigen zu lesen. Hat man etwas gefunden, fuellt man ein „Bewerbungsformular“ aus. Da wird dann u.a. nach dem Gehalt gefragt, dem Beruf, Raucher, Hobbies, warum man glaubt, dass man diese Wohnung haben sollte etc.

Natuerlich verdiene ich in diesen Formularen sehr viel Geld, beschreibe meinen Beruf als Geschaeftsfuehrerin, bin Nichtraucher, habe keine Freunde die zu Besuch kommen koennten und spiele schon gar kein Instrument. Klar.

Wenn man dann sehr viel Glueck hat und das Formular Gnaden vor den Augen der Entscheidungstraeger findet, darf man eine weitere Gebuehr bezahlen und darf sich das Zimmer/Wohnung ansehen.  Da darf man sich dann weitere sehr private Fragen stellen lassen und man bekommt auch schon mal gesagt, dass man NIE Besuch empfangen duerfe oder man sich im Sommer bitte im Bikini auf der Dachterasse sonnen solle. Oder man bekommt die Wohnung nur, wenn man katholisch, evangelisch oder Veganer ist.

Aha.

Ausserdem kostet hier zB eine 2 Zi-Wohnung ca 50qm auch gerne mal 900 Euro kalt. Und hier reden wir nicht von der Stadtmitte. Hier liest man auch Anzeigen fuer ein Zimmer mit 10qm, Kueche und Bad natuerlich geteilt mit anderen Menschen fuer gerne mal 350 Euronen. Nun gut, bleibt mir nix anderes uebrig, als die Augen offen zu halten und auf den Gluecksgriff zu hoffen. So lange muss ich halt die doerfliche Idylle ertragen…..



Der Einstufungstest
Oktober 9, 2008, 9:17
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Diese Woche habe ich also meinen Einstufungstest für den Sprachkurs abgelegt. Als Zeitrahmen waren 4 Stunden gegeben, nach 2,5 Stunden stand ich wieder vor der Tür. Überraschend war das Ergebnis in keinster Weise, sondern hat ergeben, was ich sowieso schon weiss. Ich kann gut Niederländisch sprechen, lesen und verstehen. Aber nicht schreiben :) )

Es gibt Niveaus von 1-5.   1=totaler Anfänger….5=Spricht wie ein Muttersprachler

In den Punkten Lesen, Verstehen und Sprechen habe ich doch tatsächlich jeweils Niveau 4 erreicht. Im Schreiben hingegen mit Ach und Krach Niveau 3. Trotzdem darf ich aber in einen Niveau-4-Kurs. Hurra. Ich bin gespannt…..



Ja, ich weiss ich kann schon Niederländisch!
Oktober 3, 2008, 7:10
Gespeichert unter: Job, Land, Leute & Sprache

Da ich ja nach wie vor zum ersten Mal in meinem Leben über zu viel Zeit verfüge, will ich sie natürlich sinnvoll nutzen. Eigentlich dachte ich an einen Englischkurs. Business English oder sowas. Aber, dann kam ich auf die Idee vielleicht doch noch einen Niederländischkurs zu machen. Allerdings soll dieser bitte schön mit einem netten offiziellen Diplom belohnt werden. So.  Natürlich  gibt es nicht wie zB im Englischen unegfähr 10 verschiedene weltweit anerkannte Diplome, nein, es gibt genau eines. Niederländisch als Zweitsprache, nennt sich der Spass. Dieses Diplom hat man u.a. nötig um hier als Ausländer zur Uni zugelassen zu werden, oder wenn man hier gerne eingebürgert werden möchte. Die Holländer wären nicht die Holländer, wenn sie nicht auch hier verschiedene Niveaus eingebaut hätten. Wer sich auch nur eimal mit ihrem normalen Schulsystem beschäftigt hat, weiss, dass es allein ungefähr 8 verschiedene Schulabschlüsse gibt…

Das Diplom, folglich auch den Kurs, gibt es in 2 Versionen. Nämlich einmal für „niedere Berufsgruppen“ und für „bereits Hochausgebildete“.  Das war natürlich wörtlich übersetzt.  Mein Ziel war logischerweise die zweite Variante. Is klar. Um das zu erreichen musste ich zum Vorstellungsgespräch antraben, da mit meinem deutschen Schulabschluss am Telefon keiner was anfangen konnte. Die gute Frau unterhielt sich dann eine geschlagene Stunde mit mir und war zuerst einmal sichtlich überrascht, weil ich ja schon ach so gut Niederländisch spreche. Und das auch noch ganz ohne Kurs und nach NUR einem Jahr. Also hallo, sooo schwer ist die dämliche Sprache ja auch nicht. Sie wunderte sich nonstop warum ich den nur diesen Kurs machen wolle, schliesslich würde ihn doch nicht mal mein Arbeitgeber verlangen. Ich habe ihr mehrfach und ausführlich erklärt, dass ich die blöde Sprache verdammt noch mal SEHR GUT sprechen will und ich keine Nerven mehr habe, ständig Sachverhalte umschreiben zu müssen, weil mir die richtige Formulierung nicht einfallen will und ich vor allen Dingen auch grammatikalisch korrekt sprechen will. Verstanden hat sie es glaube ich immer noch nicht….

Dann ging es um meine Einstufung. Zuerst wollte sie wissen ob ich denn noch weitere Sprachen ausser natürlich Deutsch beherrschen würde, zB Englisch. Oh Hilfe, ja, kann ich. Ja, gut. Und Französisch zumindest, äh, in der Theorie. Ja, ich verstehe etwas Spanisch, ja, ich kann im Restaurant auf Spanisch bestellen und dann….ja, dann….kam mein Trumpf. Ja, ich hatte Latein in der Schule. Natürlich habe ich dezent meine Dauerfünf im Zeugnis verschwiegen. Na, da war natürlich klar, dass ich eine „höhere deutsche Ausbildung“ genossen habe. Dass ich mich zwar heldenhaft durch, sagen wir Teile, des Gymnasiums gekämpft habe, ohne auch nur in die Nähe des Abiturs zu kommen, wollte sie so genau ja nicht wissen. Bekräftigt hat den Spass wohl mein mitgeschleppter Geigenkasten, denn sie schlussfolgerte daraus, dass ich die Hochschule besucht hätte. Wie sie allerdings darauf kam, ist mir schleierhaft. Nun gut. Sie hat also entschieden, dass ich den besseren Kurs besuchen darf. Allerdings ist sie der Meinung, dass ich eigentlich direkt zur Prüfung durchmarschieren koennte, weil ich ja soooo gut spräche. Da dass aber nicht geht und vor allen Dingen eine Einstufungstest Pflicht ist, darf ich nächste Woche selbigen durchlaufen. Und der Spass dauert doch glatt 4 Stunden!!!! Unglaublich.

Wenn das dann erledigt ist, darf ich  endlich Mo u. Mi jeweils 3 Stunden am Abend in meinen Kurs. Ganze 13 Wochen lang. Und das beste daran ist….Chefin zahlt, weil sie alles von der Steuer zurueck bekommt, da sie damit “einen Beitrag zu meiner Integration“ leistet. Na herzlichen Dank !