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Ja, ich mag noch immer alles was glitzert und/oder rosa ist. Auch mit fast 32 Jahren….
Seit der Musikmesse besitze ich auch endlich “maedchenhaftes” Zubehoer fuer die Geige. Nach wie vor freue ich mich jedes Mal wie ein kleines Kind, wenn mein Blick auf die neuerstandenen Dinge faellt. Da waere zuerst das Swarovsky-Set: Wirbel, Saitenhalter und Kinnhalter mit - ja, blauen Swarovsky-Glitzersteinen!!!! Natuerlich wollte ich sie eigentlich in rosa, gabs aber leider nicht mehr.
In rosa ist dafuer allerdings mein wunderschoener neuer Geigenkasten der Firma Lang aus Korea. Aussen dunkelbraunes Leder mit rosa Kanten und Schnallen und innen - SCHWEINEROSA!
Nach der Messe musste ich allerdings ersteinmal ueberlegen welche Geige jetzt ueberhaupt mit Swarovskys verziert wird und in dem rosa Superkasten wohnen darf. Keine leichte Entscheidung, immerhin war von vorneherein klar, dass die rote E-Geige und die rote akustische Geige im rosa Kasten eher zu Blindheit fuehren koennten. Deshalb ist jetzt die relativ neue akustische Geige aus Tschechien im Maedchenkasten eingezogen, hat das Swarovsky-Set bekommen und sieht gaaaanz phantastisch aus
Heute muss Snoopy zum Tierarzt. Hoffentlich geht alles gut und er hat noch eine Chance. Ich will gar nicht daran denken.
Ich stuerze mich in Arbeit, damit ich nicht die ganze Zeit “was ist wenn” - Gedanken habe. Zumindest das funktioniert….denn es geht irgendwie gerade so weiter. Bestellungen, Bestellungen, Bestellungen. Wie viele Menschen auf der Welt spielen eigentlich Geige mit Schulterstuetzen von uns?
Nun habe ich das erste Probenwochenende mit dem Orchester ueberlebt und bin heil wieder in meinem Dorf angekommen. Viel Spass, viel Geigerei und viel Bier. Also eigentlich alles wie bei deutschen Orchestern auch. In dem Hostel trafen wir auf die Seabreeze Big Band, und beim abendlichen, geselligen Beisammensein in der Bar beschloss man sonntags sich gegenseitig was vorzuspielen.
Bei strahlendem Sonnenschein zogen Big Band und Orchester auf den Fussballplatz. Man positionierte sich gegenueber, jeweils die Drummer im Tor und spielte sich abwechselnd lustige Melodien vor. Grosser Spass und immerhin 5 Zuschauer, naemlich die Angstellten des Hostels….
Ich habe ja schon an vielen seltsamen Orten gespielt, aber tatsaechlich nie auf einem Fussballplatz. Sehr fein.
So. Am Sonntag war es also soweit.
Nach all den Jahren musste ich tatsaechlich meine erste Audition spielen, was hier wohl auch normal ist. Diesmal fuer das Filmmusik-Orchester. Man schickte mir eine Liste mit klassischen Violinkonzerten, aus denen ich mir dann doch bitte eines aussuchen sollte, am besten das, welches ich als letztes im Unterricht (!) gespielt haette. Ausserdem bitte eine Etude und ein Stueck nach freier Wahl.
Gut ein Violinkonzert also. Es blieb eine Woche Zeit. Nachdem ich hochmotiviert mich mit diversen Konzerten beschaeftigte, beschloss ich mich schlicht NICHT vorzubereiten, da ich keine Lust hatte ein schlecht gespieltes Konzert zum besten zu geben, aber dafuer auch noch tagelang ueben zu muessen.
Es kam wie es kommen musste. Ich trat mit roter Kindergeige vor die Jury (da konnte mich ja schon keiner mehr ernst nehmen) , erklaerte ihnen den Fall: Unterricht vor 100 Jahren, will nicht stuemperhaft mir die Finger an einem Solokonzert brechen und habe nichts vorbereitet.
Die Fassungslosigkeit war gross, waehrend man uebrigens aus dem Nachbarraum die Konkurrenz hoerte, die sich einspielte….was ich, klar, weil wie immer zu spaet…auch nicht gemacht hatte.
Der Dirigent war von meiner Ehrlichkeit sehr angetan und meinte ich solle einfach irgendwas spielen, sei ihm egal was. Bitte, er hatte es so gewollt: Erst gab es Werben von ASP, dann ein kleines Fiddelmedley. Der Spass endete damit, dass die Jury ausfstand und mitklatschte.
Zur Vom-Blattspiel-Uebung gaben sie mir dann, man mag es kaum glauben, “an der schoenen blauen Donau”. So viel zum “vom Blatt spielen”….also dass hat nun wirklich jeder schon gespielt.
Es endetet damit, dass ich exakt NIX davon gespielt habe, was gefordert war, alle gluecklich waren und ich aufgenommen bin. Meine “Konkurrenz” hat uebrigens tatsaechlich die komplette Woche klassische Violinkonzerte und Etuden geuebt, waren fuerchterlich nervoes und sind auch nicht alle durchgekommen.
Dirigent meinte noch etwas von: naja, wir sind ein Showorchester und da passt du super dazu….ich nehm das einfach mal als Kompliment.
Nachdem auch hier endlich die Sommerferien vorbei sind, gehen auch in saemtlichen Orchestern die Proben wieder los und ich dachte mir, das sei ein guter Zeitpunkt mich einem anzuschliessen.
Nach ausgiebiger Internetrecherche und ein paar Emails, habe ich mir diese Woche also 2 Orchester angesehen. Zuerst das >Orkest van Utrecht<. Tja. Eben ein klassisches Amateurorchester, ca. 40 Personen, ich eher unter den juengeren.
Mein Plan war, endlich einmal einen Platz in der 2. Geige zu ergattern! Endlich mal nicht in den hohen Lagen rumsuchen, ohne viel ueben nette Begleitstimmen spielen. Hat natuerlich nicht geklappt und ich fand mich schon wieder in der 1.Geige und kaemfte mit Beethovens 3.Symphonie. Nett waren sie alle in dem Orchester, gut zwar nicht wirklich und die Kaffeepause war glaube ich Hoehepunkt der Probe. Hm. Da muss ich noch mal drueber nachdenken.
Gestern dann das 2.Orchester. Diesmal ein Orchester, dass ausschliesslich Filmmusik spielt (und Musicals).
Hier lag der Altersdurchschnitt weit aus niedriger und das ganze hatte was von einem grossen Huehnerhaufen….ca.30 Maedels und 4 Jungs. Spielerisch auch diesmal nicht gerade Helden, aber alle mit maechtig Spass bei der Sache. Abgesehen davon, dass ENDLICH (nach nur 15 Jahren) mein Plan in die 2.Geige zu ziehen funktioniert hat, macht Filmmusik halt einfach Spass! Ausserdem sind die Maedels alle sehr nett und, aeh, rauchen alle
Bei beiden Orchestern kann ich aber nicht einfach mitspielen, sondern muss zuerst eine Audition bestehen. Dass ich das noch erleben darf! Grossartig. Der Spass kommt dann in 2 Wochen und dann entscheidet sich, ob ich mitspielen darf ![]()