Neues & altes aus Holland


Roadtrip to Barcelona
September 29, 2008, 9:37
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Unverhofft kommt oft und so ergab es sich, dass ich am Samstag morgen um 9.oo in der Firma antrat um meine Ferienjobber zu beaufsichtigen und mein Schraubenregal neu zu sortieren.

Um 12.oo verkuendete Stephan er muesse gleich einen Range Rover nach Spanien, genauergesagt Girona, ueberfuehren. Nett wie ich bin bot ich meine Hilfe an….

Schnell die Zahnbuerste eingepackt und gegen 13.oo Uhr verliessen Stephan und ich Harmelen gen Sueden. Weit sollten wir nicht kommen, denn die Niederlande waeren nicht die Niederlanden, wenn nicht auch Samstag mittags Stau auf saemtlichen Autobahnen herrschen wuerde. (Auf den insgesamt 1430,6 km, war tatsaechlich NUR in NL Stau). So standen wir nach ziemlich genau 20 km erstmal 45 min in einer unfallbedingten Vollsperrung vor Breda. Hurra, Staukippe fuer mich auf dem Seitenstreifen….

Stephans Laune sank zum ersten und nicht zum einzigen Mal auf dieser Reise unter den Nullpunkt, denn er hatte sich warum auch immer in den Kopf gesetzt am naechsten Tag (also Sonntag) um 13.15 Uhr in Girona den Flieger nach Rotterdam zu erreichen. Dazu muss man wissen, dass das Auto erst Donnerstag in Girona sein muss, und der Besitzer meinte wir koennten ruhig ein paar Tage Urlaub damit verbringen. (wobei er Spesen der Fahrt, eine Hoteluebernachtung und den Rueckflug bezahlt). Aber nein, fuer Stephan scheint „Urlaub“ etwas geradezu widerliches zu sein.

Unsere Reiseroute sollte uns samstags einmal quer durch Belgien fuehren

Und angesichts erster Muedigkeitserscheinungen mussten wir uns bereits hier den ersten Red Bull goennen. Immerhin beglueckte uns Belgien mit dem besten Radiosender auf unserer Reise, Name ist mir leider entfallen, aber so brausten wir zu den Klaengen von Nada Surf durchs Fritten-und-Bier-Land und ich konnte einen Blick auf Grimbergen werfen, wo immerhin mein Lieblingsbier gebraut wird. Dank meiner Navigation verlor sich Stephan auch weder auf dem Bruesseler Ring, noch in den Ardennen. Ploetzlich schallte aus dem Radio eine raetselhafte Sprache, was uns die Ankuft in Luxemburg ankuendigte.

Ok, der Aufenthalt in Lux war natuerlich ziemlich kurz, und schon bald befanden wir uns in Frankreich, das wir immerhin einmal durchqueren mussten.

Dieses Land machte S. alles andere als gluecklich. Fiese Geschwindigkeitsbegrenzungen, Autobahngebuehren, fiese Toiletten und dann auch noch Franzosen. Ich hingegen schwelgte in Frankreicherinnerungen und Gedanken an franzoesische Gaumenfreuden.

 

  

Allerdings traten im Auto langsam ein paar zwischenmenschliche Spannungen auf, da S.’s Frankreich-Abneigung stetig wuchs, und er seltsamerweise weder meine Ausfuehrungen ueber die Erstuermung der Bastille, noch ueber die Pariser Metro lauschen wollte.  Also redeten wir eine Weile nicht…..

    

         

 

 

 

Das taten wir erst wieder, als wir uns unserem Hotelstandort Dijon naehrten und S. mir verbot ihm alles ueber die Herstellung von Senf zu erzaehlen.

   Immerhin war unser Hotel durchaus sehr nett und gegen 23.oo uhr herrschte Nachtruhe in unserem Zimmer. Da S.nicht von seiner Zieluhrzeit 13.oo Uhr abzubringen war und vor uns noch immer halb Frankreich lag, klingelte der Wecker um 5.30 Uhr und gegen 6.oo Uhr hatte die Autobahn uns wieder. Als es endlich hell wurde, versank die WElt noch im Nebel….

Dank des grandiosen Zeitplans wurde mein Fruehstueck gestrichen, was mich sowieso unleidlich machte. Aber dann noch die Tatsache, dass ich gerade Frankreich durchquere und nicht eine einzige lokale Koestlichkeit den Weg in meinen Magen findet machte mich geradezu weinerlich…

 

Versoehnt war ich erst, als S gnaedig stoppte und ich immerhin ein Pain au chocolat zwischen die Zaehne bekam. 

 

 

Die naechsten Stunden brauste Frankreich an uns vor bei und je suedlicher wir kamen, desto sonniger wurde es endlich.

       Kurz vor der spanischen Grenze, in der Naehe von Perpignan musste S. per Verriegelung der Beifahrertuer verhindern, dass ich aus dem dem fahrenden Auto springe, da ich mich an meinen wundervollen Urlaub in Colliure 1999 erinnerte und unbedingt nachschauen wollte, ob es dort noch immer so schoen ist wie damals.

Unglaublicherweise erreichten wir den Zielort „Flughfafen Girona, Spanien“ um exakt 12.40 Uhr. Und S. war gluecklich, und ueberhoerte so auch meine die letzten 2 Stunden immer mal wieder eingeworfenen Bedenken, dass wir selbst WENN wir Girona kurz vor Abflug unseres Fliegers noch erreichen sollten, wir sicher noch etwas Zeit brauchen wuerden um den Menschen zu suchen, der das Auto in Empfang nehmen soll, unsere Tickets abzuholen und Einzuchecken.

Was soll ich sagen…….S. wurde abwechselnd knallrot und leichenblass als er unserem Flieger hinterherwinken musste……

In mir hingegen machte sich pure Glueckseligkeit breit, da die naechste Rueckreisemoeglichkeit nach NL erst um 21.30 Uhr bestand und dann auch noch ab …BARCELONA!

Um Punkt 14.30 Uhr standen wir auf der Rambla in Barcelona. Hurra! Sonne, 28 Grad, was will ich mehr? Leicht getruebt wurde meine Freude nur durch meinen extrem miesgelaunten Begleiter, der noergelnd und „ich will nach hause“ murmelnd, hinter mir her trabte. Ich versuchte mein Anhaengsel so gut wie moeglich zu ignorieren, spazierte durch die Stadt, liess mir Paella & Sangria schmecken und habe beschlossen wiederzukommen, dann aber mit einem anderen Reisegefaehrten!

  

Um Mitternacht landeten wir sicher in Amsterdam, es ist eigentlich unnoetig zu erwaehnen, dass es wie immer….REGNETE!